Einreichungen
Wir freuen uns sehr über neue Beiträge — denn ævum lebt vom Engagement, der Kreativität und den Einsendungen von Lesern und Autorinnen.
Wenn Du eigene Texte, Essays, Rezensionen oder andere literarische oder wissenschaftliche Beiträge veröffentlichen möchtest, schreib uns einfach an unsere Redaktionsadresse aevummagazine@gmail.com oder nutz das Formular weiter unten.
Ausgabe 4: Liberalismus und das gute Leben
Brauchen Liberale eine Idee des guten Lebens? Der Vorwurf der vermeintlich „neutralen Liberalen” ist eine ideengeschichtliche Kontinuität, die es von Carl Schmitt bis in die postliberale Theorie der Gegenwart geschafft hat. Durch den australischen Philosophen Alexandre Lefebvre ist die Frage über die Notwendigkeit eines liberalen „way of life” aber auch im innerliberalen Diskurs zurück. Dass der Liberalismus von mehr als einer liberalen Ordnung lebt, ist mit Blick auf das Böckenförde-Diktum, den „Voraussetzungen des freiheitlichen Staates, die er selbst nicht garantieren kann”, indes keine ganz neue Erkenntnis. Der Liberalismus lebt von den Liberalen und ihren liberalen Überzeugungen. Doch was abstrakt einleuchtend klingen mag (oder nicht), stellt den Liberalismus vor konkrete Probleme: Wie lässt sich ein gutes liberales Leben bestimmen und wie eine liberale Kultur erschaffen – bottom up oder top down? Ist die weltweite Rückkehr von starren Identitäten, Weltanschauungen und Kulturen, die von einer veränderten (digitalen) Öffentlichkeit profitieren, nur die Folge einer kulturellen Leerstelle der Liberalen oder einer veränderten Lebenswelt? Kann der „Cultural Turn” der Liberalen gelingen, ohne selbst Teil des „illiberalen Backlashs” zu werden? Gibt es ein menschliches Bedürfnis nach Bedeutung oder Transzendenz und muss der Liberale es bedienen können? Klar wird in alledem: Es braucht ein aktualisiertes Vokabular, um der neuen Zeit intellektuell gerecht zu werden.
Für Ausgabe 4 suchen wir Texte, die ein neues liberales Vokabular in der Beantwortung folgender Fragen erproben:
- Sollte der Liberale als Liberaler neutral bleiben? Oder sollte / muss vielleicht gerade er/sie eine Vision des guten Lebens anbieten?
- Welche Intellektuellen gilt es neu zu entdecken? Wer sind echte Vorbilder für ein liberales gutes Leben? Was ist das Liberale an ihrem guten Leben?
- Was sind die Voraussetzungen des freiheitlichen Staates, die er selbst nicht garantieren kann? Wie entsteht / verschwindet eine liberale Kultur?
- Beiträge, die interessante und relevante Wurzeln der liberalen (Anti-)Philosophie des Guten Lebens freilegen: von Mill und Humboldt bis Albert Camus, John Rawls und Richard Rorty.
- Kulturelle Texte und Argumente, die mit Alexandre Lefebvre dem „Liberalism as a way of life” auf die Spur gehen. Gerne gerade mit feuilletonistischem Unterton.
- Wie denkt man als Liberaler? Wie denkt man als Illiberaler? Gibt es überhaupt noch eine liberale Lebensart?
- Kritische Perspektiven, die den Liberalismus und das Verhältnis der Geschlechter im Spannungsfeld von Manosphere und Queerfeminismus einordnen.
- Ist der Liberalismus in einer post-literarischen Gesellschaft ein anachronistisches Modell?
- Und realpolitische Vorschläge, wie sich eine liberale Kultur in Zeiten der individuellen Ausdifferenzierung politisch adressieren lässt.
Wir freuen uns auf Essays und Rezensionen, genauso wie Vorschläge für Interviews und Übersetzungen. Besprechungen der folgenden Bücher würden wir gerne vergeben: The Mattering Instinct (Rebecca Goldstein) und Liberalism as a Way of Life (Alexandre Lefebvre).
Beschreib in 150–200 Worten Deine These und Idee für den Text und gib uns dazu ein paar Infos über Dich, wer Du bist, was Du machst, was Dein Hintergrund ist. Bitte bis zum 19.07.2026.
Gern kannst Du uns auch bereits im Vorfeld Ideen, Konzepte oder Entwürfe zusenden, um sie gemeinsam mit der Redaktion zu besprechen.
Wenn Du einzelne Redaktionsmitglieder bereits kennst, kannst Du dich selbstverständlich auch direkt an sie wenden — die redaktionelle Begleitung und Begutachtung erfolgt in jedem Fall durch ein oder mehrere Mitglieder des ævum-Redaktionsteams.
Wir sind offen für vielfältige Formate und Perspektiven und möchten dazu ermutigen, neue Themen, Stile und Denkansätze im Zusammenhang mit dem Liberalismus einzubringen.
Besonders willkommen sind Beiträge, die über traditionelle Grenzen liberalen Denkens hinausgehen oder aktuelle Fragen in einem historischen, kulturellen oder theoretischen Kontext neu beleuchten.
Und besonders herzlich sind all jene eingeladen, uns Vorschläge zu schicken, die bislang noch nirgendwo veröffentlicht haben. Euren Ideen wollen wir mit ævum eine Bühne bieten.
Kontaktiere uns
Schreib uns an aevummagazine@gmail.com oder nutz das Formular unten.